Es ist noch Licht da!

Violette Schatten - eine Malerei voller Licht und Luftigkeit!
Das Suchen nach neuen, unverbrauchten Ausdrucksformen ließ zum Ende des 19. Jahrhunderts in weiten Teilen Europas Künstlerkolonien entstehen.

Die Entdeckung des Fischerdorfes an der Trave für die Kunst
Mit dem Nötigsten zum Arbeiten wanderten die jungen Künstler in die Umgebung der Stadt, hinaus aufs Land, mit der Sehnsucht nach unverbrauchter Landschaft und der Einfachheit des Lebens im Gepäck. Der akademisch strengen Lehre den Rücken gekehrt, skizzierten sie und hielten in neuer, impressionistischer Mal- und Sichtweise das Erlebte und Gesehene fest - „unerhört farbig!“

Networking - Verabredungen an den Kunsthochschulen
Ab Mitte der 1880iger Jahre kamen vermehrt Künstler ins Fischerdorf. Sie wohnten im nahen Israelsdorf bei den Wirten und in Gothmund bei den Fischern. Das Dorf war längst kein Geheimtipp mehr: Die jungen Studenten zogen in den Sommerferien gemeinsam los und tauschten die „besten Maladressen“ aus. Sie studierten an der Großherzoglich Sächsischen Kunstschule Weimar (Carl Arp, Carl Malchin, Christian Rohlfs, Anton Nissen, Andreas Dirks), der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe (Ernst Eitner, Georg Burmester) und an der Düsseldorfer Kunstakademie (Ernst Eitner, Georg Burmester, Gustav Wendling, Andreas Dirks).

Gothmund bleibt einzigartig - und wird kein zweites Worpswede!
Die Künstler blieben nur „Gäste auf Zeit“. Die wachsende Industrialisierung an der Trave in Siems und Kücknitz, der Eisenschiffbau in Karlshof, unweit des Dorfes, setzte der Idylle ein lautes, ungemütliches Ende. Der große Brandverlust von 1893 (7 der 21 Katen fielen den Flammen zum Opfer), trug zusätzlich dazu bei, dass die jungen Maler weiterzogen und sich an anderen Orten niederließen - anders als etwa in der Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen. Ihre Bilder aber bewahren bis heute das Bild dieser einzigartigen Lagunenperle an der Trave.

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